Sind E-Bikes wirklich sinnvoll oder nur eine Art Modeerscheinung?

Blickt man auf die etwa 200-jährige Geschichte des Fahrrades zurück, war immer der Antrieb durch menschliche Kraft das charakteristische Merkmal. Ein klassisches Freizeit- und Breitensportgerät und darüber hinaus ein ausgesprochen günstiges Fortbewegungsmittel. Seit einigen Jahren boomt regelrecht der Verkauf von E-Bikes, auch „Pedelecs“ genannt. Zu Recht?

E-Bikes sind Fahrräder, die mit einem kleinen elektrischen Hilfs- bzw. Zusatzmotor ausgestattet sind und ausgesprochen schnell werden können, sogar bis zu 50 Kilometer in der Stunde. Doch der Elektroantrieb hat nicht nur Vorteile, denn er macht Fahrrad und Konstruktion schwerer. Zwei wesentliche Bauarten sind dabei zu unterscheiden:

  • standardmäßig eingebaute E-Motoren
  • nachgerüstete E-Motor-Antriebe

Mit der zweiten Variante, dem Nachrüsten, sollte man sehr vorsichtig umgehen, denn für den E-Antrieb, mit seinem zusätzlichen Gewicht, Zubehör, und anderes, die höheren Belastungen, insbesondere die Geschwindigkeit, ist ein normales Fahrrad unter Umständen nicht ausgelegt. Diese Option sollte mit einem Fahrradmechaniker sehr gründlich geprüft werden.

Auf die Motivation kommt es an

Wer ein E-Bike nur kauft, um beispielsweise Steigungen zu überwinden, die ihn ansonsten vom alltäglichen Gebrauch des Fahrrades oder einer wochen-endlichen Fahrradtour, aus sportlichen oder gesundheitlichen Aspekten, abgehalten haben, der trifft beim Sinn und Zweck dieser Erfindung genau ins Schwarze. Wenn allerdings nur das günstige und schnelle Herumflitzen durch den Stadt- oder Berufsverkehr im Vordergrund steht, dann wird es gefährlich. Die Unfälle mit E-Bikes häufen sich, weil schnelle E-Bikes leicht von Autofahrern unterschätzt und übersehen werden.

Der Umwelt zuliebe?

Energie, auch wenn sie aus der Steckdose kommt, sollte nicht verschwendet werden und der verstärkte Gebrauch von E-Bikes (als Ersatz des konventionellen Fahrrades) stellt einen zusätzlichen Stromverbrauch dar, den es vorher nicht gab. Batterien und Akkus, auch das wissen wir alle, sind Sondermüll und in jedem Supermarkt stehen dafür Sammelbehälter bereit. Auch die Herstellung all des zusätzlichen Elektro-Zubehörs ist nicht gerade das, was man unter sorgfältigem Umgang mit Ressourcen versteht. Der Sinn und Zweck eines E-Bike-Kaufs sollte am Ende gut überlegt sein.

Fazit: Sollten wir nicht vielleicht doch lieber weiterhin in die Pedale treten?

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