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Geocaching – die etwas andere Art sportlichen Wanderns

Es ist in aller Munde, aber was ist „Geocaching“ eigentlich? Viele Menschen beschreiben es kurz nur mit einer neuen Art „GPS-gesteuerter Schnitzeljagd“, aber scheint viel mehr dahinter zu stecken. Immerhin zählt die internationale Datenbank geocoaching.com mittlerweile Millionen von Mitspielern.

Was ist ein Geocache?

Der Geocache ist so etwas wie ein Schatz, der gesucht und natürlich auch gefunden werden muss. Es ist üblicherweise ein robuster, wasserdichter Behälter, in dem sich ein Buch befindet, in dem sich der oder die glücklichen Finder eintragen können. Dieses Buch wird auch Logbuch genannt. Oft befinden sich im Geocache auch Gegenstände, die ausgetauscht werden müssen. Jeder Geocache hat einen Besitzer (eng. „Owner“), der genau wie die Spieler das gesamte Treiben im Spiel per GPS verfolgt.

Woher kommt Geocaching?

Das ganze Spiel hat, wie so vieles heute, seinen Ursprung in den USA. Nachdem das US-Militär die Blockade bzw. die künstlich erzeugte Verschlechterung des GPS-Systems auf 100 Meter aufhob und somit Ortungen auch für Privatpersonen im Zehn-Meter-Bereich möglich wurden, wurde das Spiel von einem Mann namens Dave Ulmer in Portland, Oregon, USA ins Leben gerufen. Seither hat sich das Spiel wie eine weltweite Epidemie verbreitet. Es gibt sogar einen außerirdischen Geocache in der Internationalen Raumstation ISS. Laut Angabe in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia gibt es in Deutschland 367.000, in Österreich 48.000 und in der Schweiz mehr als 31.000 Geocaches. In den USA liegt die Zahl weit über einer Million. Außer in Somalia und Nordkorea gibt es sie anscheinend in jedem anderen Land der Erde.

Weitere Herausforderungen

Was das Spiel wohl besonders interessant macht, sind die verschiedenen Größen der Geocaches. Die gebräuchlichen Größen gehen von Nano über Micro/Mini, Small, Regular/Medium bis Large. Der Nano ist ein winzig kleiner Behälter, der nur etwa einen Zentimeter Durchmesser besitzt, während die größten auch ein Eimer oder eine Box sein können, die sehr große Tauschgegenstände enthalten.

Wer Outdoor-Aktivitäten liebt, sollte es auf jeden Fall mal ausprobieren. Falsch machen kann man dabei nicht wirklich viel.

Soziale Aspekte bei Outdoor-Aktivitäten nicht vergessen

Gerade Outdoor-Aktivitäten haben etwas sehr Angenehmes, denn sie stehen üblicherweise nicht unter dem allseits vorhandenen Konkurrenz- und Leistungsdruck. Wer gemeinsam in der Natur Hamburgs eine Radtour macht, kommt auch gemeinsam ans Ziel. Gleiches gilt für Boots-, Wander- oder Klettertouren. Der Langsamste bestimmt immer das Fortkommen der Gruppe und man nimmt liebend gern auf ihn Rücksicht. Obwohl einige Outdoor-Aktivitäten in Hamburg mehr in Richtung Individualsport gehen, ist der soziale Gruppengedanke zum Glück nach wie vor federführend.

Gerade in letzter Zeit haben viele größere deutsche Städte wie Hamburg eineige Erfahrungen gemacht, wie der Umgang mit neuen Mitbürgern mit Migrationshintergrund aussieht und man arbeitet an Integrationsprogrammen. Denken wir an die Inklusions- und Integrationsschulen zurück, stellen wir fest, dass viel mehr möglich ist, als vielleicht zunächst angenommen wurde. Leider gibt es aber nach wie vor noch ein ganz besonderes Defizit bei der Integration von Mitmenschen mit einer Behinderung oder von Menschen mit Migrationshintergrund bei jeglicher Art von sportlichen Aktivitäten.

Fast alle Outdoor-Aktivitäten sind gerade wegen des fehlenden Wettbewerbs nahezu prädestiniert, um diesbezüglich einen Mehrwert in die Gesellschaft zu bringen, aber von Outdoor-Events oder -möglichkeiten für Mitmenschen mit einer Behinderung fehlt weitestgehend jede Spur. Dabei ist es doch gerade der medizinische Fortschritt im Bereich von Prothesen, der durch den Einsatz moderner Robotik ganz hervorragende Ergebnisse erzielt hat. Natürlich gibt es die Paralympics oder besondere Sportveranstaltungen für körperlich behinderte Menschen, aber wer ist denn im normalen Leben schon Leistungssportler? Die Mehrheit doch wohl eher nicht.

Integration ist von Haus aus ein bilateraler Prozess, der das Aufeinanderzugehen auf beiden Seiten fordert. Die Seite mit dem Handicap ist aber in der Regel nicht diejenige, die den ersten Schritt tut. Sie nimmt jedoch jede noch so kleine Aufforderung, mitzumachen, mit größter Freude entgegen und beteiligt sich gern an allen möglichen Aktivitäten. Leider gibt es sehr wenige Sportinstitutionen, die damit werben, auch hilfsbedürftigen Mitmenschen ein entsprechendes Ambiente zu bieten. Ein sehr wichtiger Schritt, der gemacht werden sollte, denn mit Schulen allein ist es nicht getan.

Ist „immer extremer“ das Spiegelbild unserer Zeit?

Wer kennt es nicht das berühmte Motto im Outdoor-Extremsport? „Immer weiter, höher, schneller!“, aber vor allem immer „riskanter und extremer“. Es scheint eine Sucht zu sein, die diese Akteure zu immer neuen Höchstleistungen gegen ihre eigenen Grenzen treibt. Da springen Menschen vom höchsten Gebäude der Welt, dem „Burj Khalifa“ in Dubai oder fahren in hunderten von Metern Höhe auf einem Stahlseil mit einem Mountainbike über eine Schlucht. Der eine fährt mit einem Düsenfahrrad über 300 Stundenkilometer und der nächste springt aus 40.000 Metern Höhe (fast aus dem All) im freien Fall mit einem Fallschirm ab und bricht dabei die Schallmauer. Jeder normale Mensch hält diese Leute zunächst für völlig krank, zieht danach auf der anderen Seite allerdings innerlich den Hut vor ihnen.

Was ist das? Schon Wahnsinn oder noch Sport?

Was es noch alles gibt

Es sind aber nicht nur Formen des Extremsports wie Fassaden-Klettern, Bungee-Springen, Militär-Parcours oder die zuvor genannten Extrem-Events, die offensichtlich das erreichbare Limit immer weiter hinausschieben. Piercings, Brandings, Tattoos, Implantate und andere Exzesse körperlicher Modifikationen (Richtung Star Wars oder Star Trek Außerirdische) nehmen immer bizarrere Formen an. So hat sich angeblich erst kürzlich eine Engländerin die Kuppe ihres kleinen Fingers amputiert und trägt diese jetzt in Alkohol konserviert in einem Fläschchen als Kettenanhänger am Hals. Was wird das, wenn wir mal an ein Ende kommen? Oder gibt es vielleicht gar keine Grenzen und Hemmschwellen mehr und alles was irgendwie geht, ist auch erlaubt?

Wer zieht die Bremse?

In gewisser Hinsicht sind wir alle bereits auf dem Weg in diese Richtung, wenn wir zum Beispiel an die mittlerweile zum gesellschaftlichen Schick gehörenden Schönheitsoperationen denken. Flaten hier, Lippen da, Brust zu klein oder zu groß, Augenbrauen, Nase, alles kann man heute bereits korrigieren, sofern es gut geht. Auch bei der Nahrung machen wir nicht mehr halt. Eis mit Bier oder Thunfisch-Geschmack oder Schokolade mit geräuchertem Speck.

Vom Jogging zum ersten Marathon oder Triathlon

Viele Menschen beginnen ihre Outdoor-Aktivitäten mit Jogging oder Radfahren. Da Jogging den geringeren Materialaufwand darstellt und doch noch um einiges flexibler als Fahrradfahrradfahren ist, ist es meistens dann doch eher das Joggen. Dauerlauf kann sehr schnell zu einer Gewohnheit, wenn nicht sogar zu einer Art Sucht werden, denn nicht nur der Adrenalinstoß, sondern auch die allgemein zunehmende Fitness lässt einen nach mehr streben. So kommt es dabei nicht selten zu folgender Entwicklung.

Von Stadt- und Rundläufen zum Marathon

Neben den berühmten Runden im Park oder Wald werden sehr oft, gerade in größeren Städten wie Hamburg regelmäßig Laufevents und Läufe angeboten. Das ist abwechslungsreich und unterhaltsam. Ehe man sich versieht, gelangt man dabei recht schnell zum ersten Halb- oder Dreiviertel-Marathon. Dann ist der Weg nicht mehr weit zum ersten HASPA Marathon, dem größten Frühjahrs-Marathon in Deutschland, der übrigens auch zu den bekanntesten und berühmtesten Marathons in Europa gehört. Wen es dann noch immer nach mehr reizt, der kann sich auf die großen Marathons der Welt begeben. Athen, Boston, London und New York um nur einige der berühmtesten zu nennen.

Wer noch mehr will, wird Triathlet

Der reine Marathon ist vielen Athleten auf die Dauer etwas zu einseitig und langweilig. Wenn nicht gerade Hamburg, welche andere Stadt wäre besser geeignet, sich den Triathlon auf die Fahne zu schreiben. Meer, Seen, Flüsse sind wie geschaffen, um das Schwimmen in freier Natur zu praktizieren, sowie auch das weitgehend ebene Land ideal für den Radsport ist. Wenn es also nicht gerade der Ironman von Hawaii sein soll, für einen normalen Triathlon bietet Hamburg ein Riesen-Event, beispielsweise den Hamburg-Wasser-Triathlon, der nach eigenen Angaben der größte Triathlon der Welt sein soll.

Es sind also nicht unbedingt nur Extremsportarten, die einen zu Höchstleistungen im Outdoor-Sport treiben können, sondern insbesondere die eigene Motivation und der Spaß an der Aktivität im Freien. Ganz nebenbei bemerkt, was das selber machen angeht, sind Fahrradfahren, Schwimmen und Joggen immer unter den 5 beliebtesten deutschen Breitensportarten.